Blick vom Barockgarten auf die Klosterkirche.
Foto: Kolstergarten Neuzelle, 2007

Klostergarten Neuzelle

Welch hohe Lust, welch heller Schein wird erst in Christi Garten sein!

resümiert Paul Gerhard in seinem 1656 verfassten Kirchenlied ‚Geh aus mein Herz und suche Freud’. Eine Ahnung vom Himmelsreich wollten wohl auch die Barockbaumeister ihren Mitmenschen vermitteln, als sie im 17. und 18. Jahrhundert die zwei Kirchen der Zisterzienserabtei Neuzelle mit allen künstlerischen Mitteln prachtvoll umgestalteten, neue repräsentative Gebäude hinzufügten und abschließend die Freianlagen in- und außerhalb der Klostermauern aufwändig verschönerten.

Barockwunder Brandenburgs nennt man die 1268 vom meißischen Markgrafen Heinrich dem Erlauchten gegründete und im 18. Jahrhundert im Stil des Barock überarbeitete Klosteranlage in Neuzelle immer wieder. Aber ein Wunder ist das nördlichste Zeugnis süddeutschen und böhmischen Barocks in Europa keineswegs und mit der alten Mark Brandenburg hat dieses vermeintliche Wunder schon gar nichts zu tun.
Vielmehr war es die Zugehörigkeit zur Niederlausitz und damit zu den Königreichen Böhmen (1370-1635) und Sachsen (1635-1815), die eine Auflösung des Klosters im Zuge der Reformation verhinderte und vor allem Mönche aus Böhmen nach Neuzelle brachte. Mit ihnen kamen auch Künstler aus südlicheren Ländern wie der Freskenmaler Giovanni Vanetti aus Italien, Mitglieder der Wessobrunner Künstlerfamilie Hennevogel oder der schlesische Maler Georg Wilhelm Neunhertz, die im 17. und 18. Jahrhundert in Neuzelle arbeiteten und in den beiden Kirchen eine beeindruckende barocke Bilder- und Geschichtenwelt im Geiste der Gegenreformation erschufen.

Nach der Teilung Sachsens 1815 fiel die Niederlausitz an Preußen. Das Kloster wurde 1817 säkularisiert und ging mit seinen Liegenschaften in das staatliche-preußische Stift Neuzelle über, das bis 1955 bestand. Danach erfolgte eine Auflösung des Besitzes in verschiedene Rechtsträgerschaften. Seit 1996 hat die öffentlich-rechtliche Stiftung des Landes Brandenburg die Aufgabe, für die bauliche Wiederherstellung, Pflege und angemessene Nutzung der Klosteranlage zu sorgen.

Wer heute nach Neuzelle reist, wird sich den in Architektur und Außenanlagen dokumentierten barocken Gestaltungswillen und Repräsentationsbedürfnis kaum entziehen können. Neben den beiden Barockkirchen und den in die Neuzeller Kulturlandschaft hineinreichenden Sichtachsen, sind es besonders die Neuzeller Klostergärten, die als ein herausragendes Gartendenkmal in Brandenburg seit 1997 wiederhergestellt werden. Während andere Barockgärten in Brandenburg im 19. Jahrhundert verlandschaftet wurden, haben sich im Neuzeller Klostergarten barocke Strukturen und Anlagen erhalten und bilden heute die Grundlage für die Wiederherstellung als historische Parkanlage.

Die Neuzeller Klostergärten gelten heute als einzige größere barocke Gartenanlage, die sich im Land Brandenburg erhalten hat, und als ein Zeugnis europäischer Gartenkultur des 17. und 18. Jahrhundert.

Blick vom Barockgarten auf die Klosterkirche Foto: Gerrit Freitag (2008)


Luftbild vom Kloster Neuzelle Foto: Stiftung Stift Neuzelle ()


Kontaktinformationen

Stiftung Stift Neuzelle
Stiftsplatz 7
15898 Neuzelle

Fon 033652/8140
Fax 033652/81919

Email info[at]stift-neuzelle.de

oder

Tourismusinformation Neuzelle
Stiftsplatz 7
15898 Neuzelle

Fon 033652/6102
Email tourismus[at]neuzelle.de

Öffnungszeiten & Eintritt

Sommer:
täglich 11.00-17.00 Uhr

Winter:
täglich 11.00-16.00 Uhr (kein Winterdienst)

Eintritt frei


Hinweis für gehbehinderte Besucher:
Wegen sehr steiler Treppenanlagen ist der Garten nur beschränkt zugänglich.
Zugänge zum Parterre für Rollstuhlfahrer über den Südeingang sowie auf die Terrassen südlich der Evangelischen Kirche.

Informationen zur Anfahrt

Deutsche Bahn RE 1, RE 11: Bhf. Neuzelle (Potsdam-Berlin-Frankfurt(Oder)-Neuzelle-Cottbus)
B 112: Frankfurt (Oder)-Eisenhüttenstadt- Neuzelle-Guben-Cottbus
Oder-Neiße-Radwanderweg: Abfahrt Neuzelle ca. 2 km

Weitere Informationen (externer Link):
Webseite des Stift Neuzelle

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