Blick vom Barockgarten auf die Klosterkirche.
Foto: Kolstergarten Neuzelle, 2007

Klostergarten Neuzelle - Geschichte & Geschichten

Die Entwicklung des Klostergartens

Die Klostergarten des Klosters Stift Neuzelle wurden in Zusammenhang mit dem repräsentativen Ausbau des Klosters in der Mitte des 18. Jahrhunderts unter Einbeziehung der Hangzone und der Oderniederung als Barockgarten angelegt. Der bereits unter Abt Martinus Graf (1727-41) begonnene Ausbau der Außenanlagen des Klosters wurde von seinem Nachfolger Abt Gabriel Dubau (1742-75) zielstrebig fortgesetzt. Seine Hinwendung zur Natur, zu Botanik und Gartenbau führte zur Umgestaltung, Ergänzung und Erweiterung des bereits vorhandenen Abtgartens aus dem frühen 18. Jahrhundert. Die Gestaltung des Gartens nach französischem Vorbild wurde durch den Bau einer Orangerie ergänzt.

Die Grundstrukturen des um 1755 entstandenen Gartens konnten bis heute bewahrt werden. Lageplan und Ansichten der barocken Gartenanlage sind im Neuzeller Stiftsatlas überliefert, der in den Jahren 1758-63 nach umfänglichen Vermessungen und Kartierungen entstanden ist. Die Darstellungen dienen heute neben gartenhistorischen Untersuchungen und archäologische Grabungen als wichtige Grundlage für die Erhaltung und Wiederherstellung der historischen Gärten.

In den Zisterzienserklöstern bedeutet das Barockzeitalter einen Höhepunkt klösterlicher Gartenkultur und ist gleichzeitig Ausdruck der Blütezeit einzelner Filiationen. Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts besitzen viele Stifte in Mitteleuropa große Prachtgärten wie z.B. Langheim (1686), Ossegg (1730) oder Kamp (1740), die Repräsentationszwecken dienten. Auch in Neuzelle erfolgte die Anlage eines barocken Gartens in der Blütezeit des Klosters und markiert den Höhepunkt seiner geistigen und wirtschaftlichen Entwicklung.

Nach der Auflösung des Klosters Neuzelle durch den preußischen König Friedrich Wilhelm IV. im Jahr 1817 und die Verpachtung des Gartens an das inzwischen im Kloster eingerichtet Lehrerseminar, bringt ab etwa 1840 eine zunehmende Verwilderung und dem barocken Plan nicht mehr entsprechende Überpflanzung mit sich. Die Orangerie wird seitdem als Turnhalle und das davor liegende Broderie-Parterre als Sportplatz genutzt.

Obwohl es in der Folgezeit immer wieder ernsthafte Bemühungen verschiedener Seiten zur Wiederherstellung des barocken Gartens gab, konnte angesichts hoher Investitions- und Pflegekosten kein befriedigendes Ergebnis zur Erhaltung der historischen Parkanlage erzielt werden. Auch im 20. Jahrhundert konnten immer wieder nur Teilmaßnahmen zuletzt zur Rekonstruktion des Spiegelteiches im Jahr 1992 durchgeführt werden, der Garten selbst verwilderte jedoch zunehmend.

Erst mit der 1996 erfolgten Gründung der selbständigen Stiftung Stift Neuzelle durch das Land Brandenburg wurde eine denkmalgerechte und nachhaltige Sicherung der historischen Parkanlagen im Kloster Neuzelle möglich. Seit 1997 wurde von der Stiftung die Wiederherstellung des Klostergärten durch Grundlagenermittlungen, archäologische Grabungen und einer Gesamtplanung für den Garten vorbereitet. Der erste Bauabschnitt mit der Rekonstruktion von Orangerie und Broderie-Parterre konnte 2004 abgeschlossen werden.

2008 konnten weitere Teile der Klostergärten fertiggestellt werden. Weitere Maßnahmen sind für den Zeitraum nach 2012 vorgesehen, um die Wiederherstellung des ca. 5 ha großen Gartens bis 2015 abschließen zu können.

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