Blick vom Barockgarten auf die Klosterkirche.
Foto: Kolstergarten Neuzelle, 2007

Klostergarten Neuzelle - Parkrundgang

Baulichkeiten & Parkbeschreibung

Die ursprünglich 5 ha große, umfriedete Gartenanlage vor der östlichen Klostermauer ist in den „Herrschaftlichen Lust-, Obst- und Küchengarten“ des Abtes und den „Conventgarten“ gegliedert. Beide sind durch eine hohe Mauer und das Gebäude der Orangerie von einander getrennt. Der repräsentative Abtgarten war bereits im 18. Jahrhundert für Besucher geöffnet, während der ebenfalls aufwendig gestaltete Konventgarten unterhalb des Klausurgebäudes bis zur Auflösung des Klosters ausschließlich den Mönchen vorbehalten war.

Aus der Lage des Klosters auf einem Bergsporn am Rande der Oderniederung ergab sich die Möglichkeit, einen langgestreckten Terrassengarten anzulegen, der vielfältige Blickbeziehungen auf die geometrische gegliederten Gartenpartien und in die Weite der Oderauen bietet. Aber auch Blicke vom Gartenparterre hinauf zu den mächtigen Gebäuden der Klausur, Stiftskirche St. Marien, Sommerabtei (heute Kath. Pfarramt) und Kirche zum Hl. Kreuz zeugen von der Dramaturgie des barocken Entwurfs.

Beide Gärten werden der Länge nach durch den schnurgeraden Dorchegraben halbiert und waren einst durch zahlreichen Brücken in den Hauptwegeachsen mit einander verbunden. Östlich des Wassergrabens befanden sich vermutlich die Nutzgärten, die sich ebenfalls in die geometrische Gartengestaltung einfügten.

Zentrum des Lustgartens ist die nach Süden orientierte Orangerie, von der eine Hauptachse über den Springbrunnen des Orangerieparterres durch das Halbrund der Treillage zum Spiegelteich führt. Die Orangerie dient auch heute als Winterquartier für ca. 50 Orangenbäumchen, die in den Sommermonaten das Schmuckparterre und die Terrassen zieren. Im Sommer wird die Orangerie für Ausstellungen und Veranstaltungen der Stiftung Stift Neuzelle sowie als Sommercafe genutzt.

Geschnittene Hecken, Heckengänge, in Form geschnittene Bäumchen, Schmuckbeete, Spalierobst sowie Treillagen und Pavillons sind weitere Elemente barocker Gartenanlagen, die im Neuzeller Klostergarten neben dem barocken Baum- und Hainbuchenbestand gezeigt werden. Im Rahmen eines Künstlerpleinairs im Juni 2008 entstanden zwei Skulpturen aus Sandstein, die in den Hainbuchenkabinetten ausgestellt sind.

Mit Fördermitteln der Europäischen Union (ILE-Richtlinie des Ministeriums für Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz) sowie mit Landesmitteln konnten bis 2008 rd. 3 ha der Neuzeller Klostergärten wiederhergestellt werden. Der Garten ist damit in seiner gesamten Länge an der Ostseite des Klosters wieder sicht- und begehbar. Auch die charakteristischen Terrassenanlegen sind damit vollständig rekonstruiert worden. Ein Teil der ursprünglichen Anlage östlich des Dorchegrabens wird heute noch durch Kleingärten genutzt. Dieser Bereich soll bis 2015 ebenfalls wiederhergestellt werden.

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